Prozessorientierter Ansatz der ISO 9001:2015 – Diese Neuerungen sollten Sie kennen!

Die neue ISO 9001:2015 – ist nicht nur ein bisschen, sondern erheblich prozessorientierter. Lesen Sie, welche Formulierungen und Absätze der Norm dabei wichtig sind. Und was dies alles mit Prozessmanagement zu hat.

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Prozessorientierter Ansatz der ISO 9001:2015 – Was ist neu?

Der prozessorientierte Ansatz der ISO 9001:2015 wird in der Einleitung im Kapitel 0.3.1 so erklärt:

  • systematische Festlegung von Prozessen und deren Wechselwirkung,
  • sowie systematische Steuerung von Prozessen und deren Wechselwirkung.

Nun ja, werden Sie sich vielleicht denken: Das ist nicht neu.

Sie haben Recht. Das ist nicht neu. Diese Forderungen waren auch schon in der ISO 9001:2000 enthalten.

Die Verfasser haben jedoch erkannt, dass sie ein wenig ausführlicher werden müssen.

So enthält dieser prozessorientierter Ansatz der ISO 9001:2015 neue wichtige Begriffe. In der einleitenden Erklärung finde ich:

  • Kundenanforderungen
  • Kundenzufriedenheit
  • Wertschöpfung
  • Prozessleistung
  • strategische Ausrichtung der Organisation
  • Gesamtleistung der Organisation

Und da haben wir es!

Es läuft auf Prozessmanagement hinaus. Freilich, ohne dieses Wort zu nennen. Aber alle Zutaten für ein Prozessmanagement sind vorhanden.

Prozessmanagement stellt die Prozesse in das Zentrum der Betrachtung. Also das, was wir vormals Abläufe genannt haben.

Bisher haben wir uns mehr mit der Aufbauorganisation beziehungsweise dem Organigramm beschäftigt. Unsere organisatorischen Überlegungen kreisten um: Wie ist der Aufgabenbereich und welcher Verantwortungsumfang ist damit verbunden?

Wenn ich das mal so ausdrücken darf: Wir haben in Kästchen gedacht. Das nennt man auch Funktionsorientierung.

Wie geht Prozessorientierung?

Prozessorientierung geht anders ran. Hier wird in Abläufen gedacht und gefragt:

  • Was war Auslöser für diesen Ablauf?
  • Wer macht das?
  • Wie macht man das?
  • Was kommt dabei raus?

Ziel der Überlegung ist zunächst: Verstehen, warum es so läuft wie es läuft.

Damit wir es verstehen können, müssen wir zu einem Hilfsmittel greifen: Wir müssen die Prozesse verschriftlichen.

Eine Prozesslandkarte erstellen, ist ein guter Anfang um Prozesse zu dokumentieren. Durch Prozesslandkarten machen Sie deutlich:

  • Prozesse des Unternehmens
  • Abfolge und Wechselwirkung der Prozesse und
  • Funktion der Prozesse

Landkarten sind, wie der Name impliziert, aber nur ein Überblick. Wollen Sie wirklich verstehen, wie die Abläufe in Ihrem Unternehmen sind?

Nehmen Sie die Prozesse detailliert auf.

Prozessmanagement - Prozessorientierung

Sind die Prozesse sichtbar geworden, kommt die eigentliche Arbeit: die Optimierung der Prozesse.

Es gibt viele Kriterien nach denen optimiert werden kann. Für Prozessmanagement ist jedoch das wichtigste Kriterium der Kunde. Anders gesagt: die bestmögliche Umsetzung von Kundenanforderungen in Kundenzufriedenheit durch die GESAMTE Organisation.

Prozessmanagement – und das ist das wahre „Geheimnis“ – stellt den Kunden in das Zentrum von Organisationsentscheidungen und richtet alle Prozesse danach aus.

Das ist ein großes Ziel!

Wieviel Prozessorientierung muss sein?

Verpflichtet uns auch die Norm auf dieses Ziel?

Nein, ich denke nicht. In der Norm wird nicht explizit ein Prozessmanagement verlangt. Es wird nur von Prozessorientierung gesprochen.

Ich interpretiere es so:

  • Prozesse sichtbar machen, um sie gestalten zu können
  • Abhängigkeiten und Wechselwirkung der Prozesse verstehen, um sie besser an den beabsichtigten Ergebnissen ausrichten zu können

Unsere organisatorischen Überlegungen sollen prozessorientiert sein. Wir sollen fragen: Was brauchen wir für Prozesse? Wie führen wir sie am besten durch?

Im Abschnitt 4.4 der Norm wird ausgeführt, welche Anforderungen umgesetzt werden sollen. Die Instrumente des Prozessmanagements sind dafür hervorragend geeignet.

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